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Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin - Ein Abend für Thomas Brasch

Texte. Szenen. Film. Mit Marion Brasch und Andreas Keller
Foto: Roger Melis
Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin – das ist die letzte Zeile eines der bekanntesten Gedichte von Thomas Brasch. Und es ist eine Schlüsselzeile für den Schriftsteller, Dramatiker und Filmemacher, von dem der Theatermann Claus Peymann sagte, sein Leben sei ein „wüster Roman“ gewesen, „ein Roman über Ost und West“. 
 
Geboren im englischen Exil der jüdisch-kommunistischen Eltern, aufgewachsen und renitent geworden in der DDR, die er 1976 verließ, um auch in der BRD nie anzukommen, und erst recht nicht im vereinten Deutschland. 
 
In seinen Gedichten, Theaterstücken und Filmen konfrontiert er scharfsinnig, kraftvoll und originell gesellschaftliche Widersprüche in einer Dringlichkeit, die aktueller ist denn je.

Am 19. Februar 2015 wäre Thomas Brasch 70 Jahre alt geworden. Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin ist die titelgebende Gedichtzeile für einen Abend, den seine Schwester Marion Brasch gemeinsam mit dem Schauspieler Andreas Keller zu diesem Anlass gestaltet hat. Am Samstag, 11. Juni 2016 um 20 Uhr kommen sie damit in den Heidekrug. Der Eintritt beträgt 10 Euro.
 

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Was ich habe, will ich nicht verlieren, aber
wo ich bin will ich nicht bleiben, aber
die ich liebe will ich nicht verlassen, aber
die ich kenne will ich nicht mehr sehen, aber
wo ich lebe will ich nicht sterben, aber
wo ich sterbe, da will ich nicht hin
bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.

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Marion Brasch. Foto Lars Reimann Marion Brasch wurde 1961 in Berlin geboren. Nach dem Abitur arbeitete die gelernte Schriftsetzerin in einer Druckerei, bei verschiedenen Verlagen und beim Komponistenverband der DDR. 1987 begann sie als Musikredakteurin beim Jugendsender DT64 und ist heute als freie Rundfunkjournalistin und Moderatorin bei radioeins (RBB) tätig. Ihr erster Roman Ab jetzt ist Ruhe erschien 2012, der zweite Wunderlich fährt nach Norden 2014. Im Februar 2016 erschien ihr dritter Roman Die irrtümlichen Abenteuer des Herrn Godot.

Andreas Keller. Foto: Rolf Arnold Andreas Keller wurde 1958 in Leipzig geboren. Von 1979 bis 1983 absolvierte er sein Schauspielstudium an der Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig. Daran schlossen sich Engagements am Studio Karl-Marx-Stadt, dem Landestheater Altenburg, an den Bühnen der Stadt Magdeburg, bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, am Grillo-Theater Essen, dem Bremer Theater, dem Staatstheater Schwerin und dem Schauspiel Leipzig an. Weitere Arbeiten an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin, am Carrousel-Theater/Theater an der Parkaue Berlin und am Renaissance Theater Berlin folgten. Seit 2002 ist er Ensemblemitglied am Schauspiel Leipzig. Zudem ist er in verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. An der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig ist er als Schauspieldozent tätig.